Usability – Sieben Erfolgsfaktoren für mehr Erfolg im Web

Das Schlagwort Usability ist im Ingenieurwesen schnell erklärt. Es geht in erster Linie um die Benutzbarkeit eines Gerätes. Der Aufbau, die Handlichkeit und die Bedienung stehen im Vordergrund. Im Informatikbereich, insbesondere bei Webseiten, ist Usability vielschichtiger. Die reine Usability ist nur ein Teil dessen, was unter dem Schlagwort Usability angeboten wird.

 Der Besucher wird auf ein Angebot aufmerksam. Er gibt die URL in den Browser ein. Nach dem Drücken der „Enter“ Taste unterscheiden sich die guten Webseiten von den schlechten. Nachfolgend sieben Faktoren, welche die Usability beeinflussen:

 

Erfolgsfaktor 1: Die Ladezeit

 Was der Besucher zuerst spürt, ist die Ladezeit der Webseite. Alle Elemente einer Website (HTML, Bilder, CSS, JavaScript, Multimedia Inhalte) beeinflussen die Ladezeit. Die Geschwindigkeit der Datenübertragung ist ein weiterer Einflussfaktor. Besonders bei älteren Technologien fällt dieser Faktor stark ins Gewicht. Das letzte Glied in der Kette ist das Endgerät mit seinem Browser. Schnelle Browser auf leistungsstarken Geräten können die Webseite schneller aufbereiten und darstellen. Es geht nicht nur darum, die Webseite möglichst schnell darzustellen, die Webseite muss schnell zu benutzen sein. Die Ladezeit selber hat nur einen indirekten Zusammenhang mit der Usability. Der psychologische Effekt ist aber gross.

 

Erfolgsfaktor 2: Der erste Eindruck

 Auch hier geht es nicht um die Usability im ursprünglichen Sinn. Was zählt ist das Empfinden des Besuchers. Farben, Bilder, Schrift und die Anordnung der Elemente werden im Unterbewusstsein verarbeitet. Es bleibt ein Bauchgefühl. Interessiert die Seite? Wirkt sie seriös? Solche Entscheidungen werden in Bruchteilen von Sekunden unbewusst getroffen. Urinstinkte und Erfahrungen werden mobilisiert. Es geht nicht um Schönheit und Ästhetik. Das Empfinden beim ersten Eindruck ist mannigfaltig und individuell. Massentests, am besten auf die Zielgruppe fokussiert, helfen beim Meistern dieser Hürde.

 

Efolgsfaktor 3: Der Seitenaufbau

 Beim Aufbau der Webseite trifft Usability auf Marketing. Zwei Bereiche, die sich ergänzen sollten, arbeiten oft gegeneinander. Es kommt zu einer Gratwanderung. Was der verkaufsfördernden Präsentation dient, kann zu Lasten einer einfachen Bedienung gehen.  Sieht der Besucher zuerst die für ihn relevanten Navigationselemente, oder werden Produktbilder und Produktdaten prominent platziert. Hier müssen Designer, Marketingexperten und Usability Spezialisten einen Konsens finden.

 

Erfolgsfaktor 4: Die Seiteninhalte

 An dieser Stelle ergänzen sich Marketing und Usability. Im Optimalfall spricht das Marketing die Sprache des Kunden. Die Texte sind verständlich geschrieben und damit gut lesbar. Der Text ist zudem in Darstellung, Schriftgrösse und Farbe schnell zu erfassen. Es sind keine ablenkenden Elemente vorhanden. Zusätzliche Elemente, wie Bilder und Grafiken, dienen der Verständlichkeit des Textes. Wichtige Elemente (z.B. der Warenkorb Button) sind gut erkennbar und schnell erreichbar platziert.

 

Erfolgsfaktor 5: Die Navigation

 Navigation ist überwiegend Usability. Sie muss einfach verständlich sein. Die Menüeinträge müssen für den Besucher logisch gruppiert sein. Die Menütexte sind selbsterklärend. Es darf nicht zu viele Menüs geben. Die Navigation muss immer verständlich und nachvollziehbar sein.

Neben der Navigation über die Menüs muss auch die Navigation innerhalb der Webseite in sich geschlossen sein. Der Besucher muss den Sinn der Navigation erkennen. Sie muss zielführend sein. Externe Links müssen gut erkennbar sein, da jeder externe Link den Besucher von der Webseite weg führt. Brüche im Design, im Aufbau der Seiten oder innerhalb der Navigation sind zu vermeiden. Alle Brüche irritieren den Besucher.

 

Erfolgsfaktor 6: Die Sicherheit des Besuchers

 Der Besucher braucht ein Gefühl von Sicherheit. Diese Sicherheit ergibt sich aus seiner Zufriedenheit. Ist der «joy of use» gegeben, also die Freude an der Benutzung, so fühlt sich der Besucher sicher. Zufriedenheit ist eine gute Basis für Sicherheit. Je weniger Irritationen die Webseite auslöst, je weniger sie zum unwillkürlichen Nachdenken anregt, umso sicherer wirkt die Webseite. Der Besucher muss über spezielles Verhalten (externe Links, Weiterleitung zum Payment Anbieter) informiert werden.

In Formularen dürfen nur die notwendigsten Daten abgefragt werden. Wenn Registrierungen notwendig sind, müssen diese schnell und einfach ablaufen. Alle Daten die nicht zum aktuellen Prozess notwendig sind, aber trotzdem abgefragt werden, verunsichern den Besucher. Für das Marketing relevante Daten lassen sich geschickter in einem zweiten Schritt, über Aktionen und Wettbewerbe, diskret erfassen. Zu viele Links, insbesondere Externe,  und nicht konsistente Inhalte tragen ebenfalls zur Verunsicherung des Besuchers bei. Die einzelnen, kleinen Irritationen sind für sich genommen nicht schlimm. Aber sie summieren sich. Spätestens beim Check Out Prozess eines Shops, also wenn es zum Bezahlen geht, springt der misstrauisch gewordene Besucher ab.

 

Erfolgsfaktor 7: Die Kompatibilität

 Webseiten müssen immer und auf allen Geräten gut dargestellt werden. Heutzutage, mit vielen neu aufkommenden Technologien, eine wirkliche Herausforderung. Responsive Design hilft, kann aber zu Lasten der Ladezeiten gehen. Es ist viel Erfahrung gefragt. Dies nicht zuletzt bei der Darstellung von multimedialen Inhalten. In der Praxis kommt es immer wieder vor, dass bestimmte Inhalte auf mobilen Geräten, je nach Bildschirmauflösung, ausgeblendet werden. Dieses Vorgehen ist unschön. Wenn ein Inhalt nicht für das kleine mobile Display würdig ist, warum hat er auf dem grossen Bildschirm seine Berechtigung?

Neben der Darstellung muss auch die Bedienung funktionieren. Touch Geräte reagieren anders auf Doppelklick und Gesten. Dies muss, gerade bei interaktiven Seiten, berücksichtigt werden.

 

Schon an diesen wenigen Punkten wird deutlich, dass Usability mehr ist als nur die reine Bedienbarkeit, Übersichtlichkeit und Lesbarkeit. Usability ist Marketing. Usability ist Psychologie. Usability ist gesunder Menschenverstand. Alle Komponenten spielen zusammen und beeinflussen das Bauchgefühl.

 

Der Autor ist Mitgründer der PRUVAR GmbH (www.pruvar.com) und auf das ganzheitliche Testen von Webseiten und mobilen Inhalten spezialisiert.

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